Nachschlag zum „Schmotzige“ 2026 (Donnerstag, 12.02.2026)

Oder: Wie man Brauchtumspflege und regionale Kultur für die Zukunft ausbremsen kann…

(von Gudrun Müller)

Am Schmotzige Dunschtig dieses Jahr
Ihr lieben Leute, es ist wahr,
trug sich was zu in Schabenhausen,
das ist fürwahr so recht zum Grausen:

Wie jedes Jahr zur Mittagszeit
machten wir Narren uns bereit,
zum Kindergarten gingen wir,
die Kinder zu befrei’n….
doch fest verschlossen blieb die Tür,
man ließ uns gar nicht rein!

Im Vorfeld teilte man uns mit:
„Euch Narren wollen wir hier nit!
Ihr tut die Kinder so verschrecken,
dass die sich dann im Schrank verstecken
und tagelang nit komme rus –
das schafft dem Personal Verdruss!“

So machten draußen wir Musik,
die Kinder drinnen tanzten mit,
neugierig sie am Fenster standen,
wir Narren das nicht lustig fanden!
Sie drückten ihre Nasen platt –
Wir Narren hatten’s langsam satt!
Statt weiterhin im Regen stehen
Wollten wir zu den Kindern gehen!
Doch das blieb uns verwehrt –
Wir finden das verkehrt!

Nach einer Stund – wir war’n sei…sehr nass –
Beendeten wir diesen „Spass“:
Wir klingelten am Eingangstor –
Eine Erzieherin trat hervor…und sprach:
„ Jaa sooo war das nicht ausgemacht!
Das muss man diskutieren….“
Wir hätten fast laut rausgelacht!
Dass die sich nicht genieren?!!

Doch Willi, unser bester Mann
hob höflich dann zu reden an:
„Ihr lieben Kindergärtnerinnen!
Wir wollen nicht mehr rein!
Nur eure Kindergartenkinder (und die Eltern auch),
die laden wir jetzt ein
zum Umzug heute Nachmittag,
und in die Halle, keine Frag.
Wir ziehen fröhlich durch die Gassen,
wer das nicht mag, der kann‘s ja lassen.
Und deshalb hätt‘ ich eine Bitt‘:
Gebt die Einladung den Kindern mit.“

Gesagt, getan – dann dreht er um,
die Dame guckte etwas d… durcheinander.
Wir Narren zogen ab, begossen,
bei manchem Kind die Tränen flossen.
Was ist da los? Das kann nicht sein!
Was fällt denn diesen Damen ein?

So lasst’s euch sagen, ihr Pädagogen!
Und das ist sicher nicht gelogen:
Statt viel Besprechen, Diskutieren
und alles zu „evaluieren“ –
schnappt eure ganze Kinderschar
und macht halt mit im nächsten Jahr,
wenn‘s wieder heißt: „Es isch soweit!
Ihr Kinder, es isch Fasnetzeit!“

Lasst uns zusammen tanzen, singen,
den Kindern (Menschen) die Fasnet näher bringen.
Ob Moslem, Jude oder Christ,
ob Hindu, Buddhist, Atheist,
die Fasnet ist für alle da –
(und wer’s nit mag, muss ja nit na…).
Macht alle mit, seid froh und frei,
habt Freude an der Narretei!
Das rät euch allen hier im Saal
sell Schlierbachwieb vum Schlierbachtal!

3x Schlierbach – Ahoi!

3x Brunne – Schreck!

Schreibe einen Kommentar